Samstag, 18. Juni 2011

"Sans toi, les émotions d’aujourd’hui ne sont que la peau morte des émotions d’autrefois."

Ich wollte unbedingt einen Eintrag mit diesem Spruch aus der Welt der fabelhaften Amelie im Titel ^^
Nun weiß ich nicht so genau was ich schreiben soll..


Dann wird hier zur Ablenkung von meinem Referat mal eine kleine Buchrezension eingeschoben.
Vor ein paar Jahren hatte ich mal ne Stephen King- Woche (was sich nach mehr Büchern von ihm anhört, die ich gelesen habe in der Zeit, als es eigentlich waren), in der ich auch  " Menschenjagd " verschlang. Das kann man fast wörtlich nehmen, denn dieses Buch zählt seither zu einem meinen Lieblingswerken insgesamt und von ihm im Besonderen. 
Ich konnte mich nun gestern nicht zurückhalten und habe es mir für die Zugfahrt gekauft um es noch einmal zu lesen, meine Begeisterung hat sich nicht geändert.


Die Welt ist in den Fängen des Free- Vee - Konzerns und der Spielekommission, die skurrile Wettshows veranstaltet, in denen die verarmte Bevölkerung teilweise bis zum Tod um Geld spielen kann. Kostenloses Fernsehen ist das einzige, das sich jeder Bürger leisten kann und muss, denn die freien Fernsehgeräte sind für jeden Haushalt vorgeschrieben. Neben der finanziellen und intellektuellen Verarmung der Menschen sind sie von gesundheitlichen Schäden durch Verstrahlung und Luftverschmutzung bedroht und zum größten Teil auch massiv betroffen. 
Ben Richards kleine Tochter Cathy leidet an einer schweren Grippe und das Geld für den Arzt oder wirksame Medikamente fehlt. Er ist arbeitslos, nachdem er dem Atomkonzern den Rücken gekehrt hat um nicht weiter unter der hohen Strahlenbelastung arbeiten zu müssen. Gehorsam und Autoritäten sind nicht sein Ding, was dazu führte, dass der intelligente und technisch sehr begabte Richards auf der schwarzen Liste der Konzerne steht. Er bekommt nicht einmal mehr die niedersten Arbeiten zugewiesen, sodass seine Frau Sheila den minimalsten Lebensunterhalt für die Familie als Prostituierte verdienen muss.
In seiner Verzweiflung angesichts dieser Situation und dem drohenden Tod seiner Tochter geht Richards zur Musterung der Spielekommission für die nächsten Shows. Der massive Andrang der dort herrscht verdeutlicht die Hoffnungslosigkeit der Bevölkerung, die sich an die Illusion des großen Gewinns klammern. 
Richards wird für die publikumswirksame Show "Menschenjagd " angenommen. Sie ist laut dem Verantwortlichen die "sicherste Methode für die Fernsehanstalt, solche potentiellen Unruhestifter loszuwerden  " :
Der Kandidat wird mit einem Vorsprung von 12 Stunden losgeschickt um nach Ablauf der Frist die Bevölkerung auf ihn zu hetzen. Außerdem folgt ihm noch ein Team professioneller Kopfjäger. Wer dem Sender einen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort gibt bekommt eine Belohnung, wer den Hinweis abgibt, die zu seiner Tötung führt, bekommt das Doppelte.
Der Kandidat muss 30 Tage durchhalten, dann erhält er den utopischen Gewinn von 1 Milliarde Neudollar. Für jede Stunde, die er auf der Flucht durchhält, bekommt seine Familie zusätzlich 100 Neudollar. Einzige Bedinung: Wenn er nicht jeden Tag zwei bespielte Videokassetten an den Sender schickt, werden die Zahlungen eingestellt.
Es folgt eine gewaltvolle, spannende und nervenzehrende Jagd, in der sich von jedem auftauchenden Menschen die Hüllen abblättern, die er für die Öffentlichkeit aufgelegt hat, so dass sich sein Innerstes zeigt.
Richards erweist sich als würdiger Gegner der Kommission, für die er auch während der Jagd ein Problem darstellt, da er durch die neu gewonnene Mitteilungsmöglichkeit durch die Videokassetten die Menschen auf die Missstände aufmerksam zu machen sucht.
Am Ende steht eine absehbare aber durchaus logische und konsequente Auflösung.


Das Buch ist brutal, aufrüttelnl, makaber und ungemein tragisch. Alle Facetten des Menschen werden aufgedeckt, die dunkle, verborgene Seiten aber auch die hellen,  Merkmale. Ein Querschnitt durch Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten angesichts unterschiedlichster Probleme wird entwickelt, der Mensch zwischen Hoffnungslosigkeit und Optimismus. 
Ich kann es nur empfehlen. Man liest es extrem schnell durch und hat dann noch jede Menge Zeit über das Gelesene nachzudenken. Dazu ist es spannend und natürlich in schöner Stephen- King- Manier hervorragend geschrieben.
Man findet auch viele Aspekte der heutigen Situation wieder, wenn man beispielsweise die Berichterstattung der Medien ansieht, wie hoch die Zahl der Lottospieler unter den Ärmsten Menschen im Land ist und derartiges. Von der Umweltverschmutzung und der Offenheit von Politik und Medien diesbezüglich der Bevölkerung gegenüber mal ganz abgesehen.

Source: http://www.amazonka.pl
Kurze Leseprobe:

Zwanzig Minuten später wurde der Bourbon gebracht, und Richards überraschte den Kellner mit der Bitte, ihm ein paar dicke Romane herauf zu schicken.
"Romane? "
"Bücher. Sie wissen schon. Lesen. Worte. Gedruckte Buchstaben, verstehen Sie? " Er tat so, als würde er die Seiten seines Buches umblättern.
"Ja, Sir ", sagte er zögernd.  "Möchten Sie etwas zum Abendessen bestellen? "
Himmel,die Scheiße stieg ihm langsam bis zum Hals. 
Er ertrank allmählich darin. Richards hatte plötzlich eine Idee für einen Cartoon:  Ein Mann fällt in eine Mistgrube und versinkt in rosafarbener Scheiße, die nach Chanel No. 5 riecht. Die überraschende Pointe: Sie schmeckt immer noch nach Scheiße.
"Steak. Erbsen. Kartoffelpüree. " Gott, was hatte Sheila heute Abend auf dem Tisch? Eine Proteinpille und eine Tasse Kaffee- Ersatz. " Milch. Gedeckter Apfelkuchen mit Sahne. Haben Sie alles? "
"Ja, Sir. Möchten Sie ... ? "
"Nein ", sagte Richards plötzlich verzweifelt. "Nein. Gehen Sie. "
Er hatte keinen Appetit. Ganz und gar keinen.

Dazu passt natürlich die Überschrift so gar nicht. Aber was solls. Einmal kann man mir das sicherlich durchgehen lassen ;)

Kommentare:

  1. Hey hase, du hast mir gar nie erzählt, dass du wie ich gerne Stephen King liest.

    Nun habe ich ein neues Buch, was ich mir von Stephen King besorgen kann.

    Sagt dir auch Stephen King -Brennen muss Salem, Der Dunkle Turm und Qual was?


    Viel Spaß beim Lesne Kleines :)

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  2. Stephen King ist ein Gott :D

    Nein, die habe ich leider alle nicht gelesen..
    Hm, möchtest du ne Liste mit den Werken, die ich von ihm kenne? Müsste da n bisschen drüber nachdenken, aber Massen sinds nicht ;)

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  3. Und ich bin schon durch.. Das hatte ich wohl vergessen zu erwähnen ^^
    Kennst doch mein Lesetempo..

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  4. Okay... es ist irgendwie unheimlich das soooo viele verweise auf meinen blog von deinem aus kommen :DDD :O ;)

    Lg :)

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