In der heutigen Zeit wird immer mehr Wert darauf gelegt, sich als
eigenständig denkender Mensch zu präsentieren, der sich bloß in
möglichst vielen Dingen von der breiten Masse unterscheidet.
Kleidung und andere Lifestyleelemente sollen einen bestimmten
Musikgeschmack zeigen, Vorlieben und Prioritäten definieren. Je
größer die Welt wird durch all die Kommunikations- und
Reisemöglichkeiten, desto mehr ziehen sich viele in ihre gewohnte
Umwelt, in ihr eigenes Leben zurück, das sie als individuell und von
der übrigen Menschenmenge abgekoppelt zelebrieren.
Neue
Entwicklungen fördern auch die Entwicklung eines neuen
Ich-Bewusstseins.
Diesen Satz könnte man so auch auf die
Renaissance übertragen. Neue technische Entwicklungen und
Entdeckungen veränderten das Bild des Menschen von der Welt sowie
auch das Bild des Menschen von sich selbst.
Dies äußerte sich
unter anderem in einer Veränderung der Erfassung von alltäglichen
Ereignissen, Reisen und Erlebnissen. Noch sind diese eher
chronologisch und weitestgehend nüchtern verfasst, doch im Laufe der
Epoche ändert sich dieser Umstand.
Heute werden Tagebücher gerne
pubertierenden Mädchen zugeschrieben, die dort ihre heimlichen
Sehnsüchte dem Nachbarsjungen gegenüber festhalten sollen. Zu
schade, denn gerade über einen längeren Zeitraum hinweg können
diese Erlebnissammlungen hilfreich sein, um Beziehungen zu anderen
Menschen, persönliche Entwicklungen und wichtige Ereignisse zu
reflektieren.
Ich persönlich war leider immer viel zu
inkonsequent für derartiges, dabei braucht es gar keine Konsequenz.
Auch Tagebücher, in die man alle paar Wochen mal schreibt, können
gerade nach Jahren Aufschlussreiches zu Tage bringen.
Für alle,
die nicht so schreibseelig sind und täglich eine kleine Notiz
hinterlassen wollen, hat derVerlag arsedition das Fünf-Jahres-Buch
herausgebracht.
Hinter dem Untertitel „1 Buch – 365 Tage – 5
Jahre“ verbirgt sich genau das: Ein Buch, in das man 5 Jahre lang
jeden einzelnen der 365 Tage etwas schreiben kann.
Dabei wird
sogar vorgegeben, was am jeweiligen Tag gefragt ist. So findet man
Stimmungsabfragen, Fragen nach erledigten oder nicht erledigten
Dingen, nach Glücksmomenten oder Veränderungswünschen. Man kann
notieren, welchen Modegeschmack man momentan hat, welches Buch man
mal wieder lesen möchte oder wie man sich sein künftiges Leben so
vorstellt.
Dabei ist es möglich, kurze und knappe Antworten zu
geben, aber auch Raum für mehrere Zeilen an Text. Je nach Lust und
Laune.
Ist ein Jahr um, blättert man wieder ganz nach vorne und kann
direkt unter dem Eintrag des vergangenen Jahres die aktuelle
Situation notieren.
Dieser Umstand führt geradezu zwangsläufig
dazu, dass man Situationen neu überdenkt, über erlebtes Schmunzeln
muss oder einfach nur in Erinnerungen schwelgt.
Etwas Derartiges
habe ich bereits in Kartenform schon gesehen und verschenkt. Die Idee
ist also nicht neu, aber an sich finde ich sie ziemlich gut. In
Buchform kommt sie natürlich ein wenig handlicher daher, kann auch
mal mitgenommen werden (auch wenn es aus nachvollziehbaren Gründen
recht dick ist: die Größe ist nicht unpraktisch). Durch den festen
Einband ist es sicherlich auch robust genug, 5 Jahre mit täglichem
Gebrauch zu überstehen.
Die Fragen sind manchmal überraschend kreativ, manchmal eher
klassisch. Wenn man ein spannendes und witziges Tagebuch sucht, wird
man mit diesem vermutlich nur bedingt glücklich. Aber das Konzept an
sich mit diesem täglichen Rückblick auf vergangene Jahre macht es
meiner Meinung nach zu einem idealen Geschenk für Menschen, die sich
und ihr Leben gerne hinterfragen, die oft unglücklich und
unzufrieden sind oder aber auch für Menschen, einfach nur gerne auf
schöne Zeiten zurückblicken. Und solche Menschen kennen wir doch
alle ;)
Ich werde es, trotz längerer Überlegung, nicht verschenken,
sondern für mich selbst nutzen.
In diesem Jahr stehen größere
Veränderungen an, die ich gerne festhalten möchte. Somit passt es, dass ich dank Blogg dein Buch das kommende Jahr gebührend festhalten kann.
Außerdem bin
ich, wie bereits gesagt, im Hinblick auf Tagebücher ein sehr
schreibfauler Mensch, so dass die Möglichkeit von Ein-Wort-Antworten
sehr verlockend ist ^^
Heute mal zu einem etwas.. nerdigen Thema. Sagt man. Also, dass es nerdig
wäre. Comics sind etwas, damit hat man entweder von Kindheit an Kontakt - oder
eben nicht. Dieses vielseitige literarische Genre wird gerne als geistlos,
kindisch und unnütz verschrien, ist jedoch alles andere als das. Derzeit
gewinnt die Comicforschung an Universitäten allmählich immer mehr an Raum, doch
innerhalb der Gesellschaft bleibt das schlechte Image. Dabei ist der Comic als Medium
von ausgewöhnlich hoher Ausdruckskraft und mit seiner Verknüpfung von Text und
Bild von besonderer medialer Bedeutsamkeit. Das Medium „Comic“ oder auch „Graphic
Novel“ beinhaltet oft so viel mehr als seichte Unterhaltung. Ich möchte besonders einen Zeichner herausgreifen, der mir im Rahmen einer Hausarbeit begegnet ist, mich auf eine Reise ins Comicland geschickt und seither nicht mehr losgelassen hat.
Oh Mann, ich würd grad so wahnsinnig gerne so viel schreiben, weil es so viel nachzuholen gibt.
Aber zum einen habe ich nicht die Zeit, hier einen Eintrag nach dem anderen rauszuhauen, zum anderen kann ich auch nicht so wirklich einen klaren Gedanken fassen. Gerade kam ich von einem kleinen Familientreffen (ausnahmsweise sogar wirklich klein) mit einem bisher mir eher unbekannten Zweig der Familie und einigen Informationen in Richtung Stammbaum (auf Seiten des mir eher unbekannten Familienparts geht der inzwischen sogar bis ins 14. Jahrhundert zurück) und nachdem das direkt nach der Arbeit war, bin ich geistig ein bisschen.. wäääääh ^^
Praktisch war, dass ich erstens geistig etwas schwach und zweitens eingestaubt von der Arbeit (lange Räumerei im Magazin heute) dort ankam und dementsprechend fit war. Nunja, was solls, inzwischen bin ich Gott sei Dank wieder daheim und kann.. andere Dinge machen..
Morgen gehts nach Wiesbaden und den Rest der Woche nach der Arbeit auch *-*
Etwas, das ich aber unbedingt noch anbringen möchte, ist ein Artikel, den ich vor einer ganzen Weile auf der Onlineseite der Zeit und dann auch bei Netzpolitik.org gefunden habe. Ich fühle mich da unglaublich verstanden und finde mich in einem Großteil der Angaben wieder. Natürlich gibt es auch ein paar Kritikpunkte, aber alles in allem ist der Artikel definitiv lesenswert.
Weil ich momentan wieder versuche, mich Büchern zuzuwenden (auch wenn ich dafür wg. Uni eigtl keine Zeit habe - ich schaffe sowas immer genau dann, wenns am wenigsten passt ^^) ist mir ein Fragebogen bei http://one-more-cup-of-tea.blogspot.com ins Auge gestochen, den ich hier beantworten möchte ;)
Gebunden oder Taschenbuch? Ich mag Taschenbücher, weil sie sich leichter während der Zugfahrt lesen lassen. Klar, der Rücken wird dabei etwas mehr beansprucht, aber es ist einfach einfacher ;) Dagegen sehen gebundene Bücher im Regal besser aus und machen schon etwas her. Aber teurer sind sie auch. Ich glaube, ich würde mich eher fürs Taschenbuch entscheiden.
Amazon oder Buchhandel? Ich gehe richtig gerne in Buchläden. Kann da Stunden drin verbringen und wenn ich mich dann für ein- zwei Bücher entschieden habe ist das ein richtiges Hochgefühl ;) Bei Amazon kaufe ich nur ein, wenn ich Bücher finde, die wesentlich günstiger sind oder die ich im Buchhandel nicht mehr finde. Für die Uni suche ich meistens auf Amazon, oder aber ich bestelle beim WBG. Lesezeichen oder Eselsohr? Weder noch ^^ Ich merke mir die Seitenzahl. Was nicht immer funktioniert, aber es ist einfacher als bei der Ankunft im Bahnhof noch ein Lesezeichen rauszukramen oder die Seite zu beschädigen ;) Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet? Meine Bücher sind nach Genre und danach nach Autor geordnet. Im Moment ist das etwas durcheinander, weil ich einfach nicht den Platz habe, alles konkret zu ordnen, leider.
Behalten, wegwerfen oder verkaufen? Bücher wegzuwerfen fällt mir wahnsinnig schwer und schon seit Jahren ist bei mir keines mehr im Müll gelandet. Nicht mal die alten Kinderbücher. Allerdings sammelt sich da auch schon was an. Entweder also behalten, oder aber verkaufen.
Schutzumschlag behalten oder wegwerfen? Solange er nicht beschädigt ist, definitiv behalten.
Mit oder ohne Schutzumschlag lesen? Ohne Schutzumschlag lesen. Er geht nicht kaputt und man muss nicht die ganze Zeit damit kämpfen ;)
Kurzgeschichte oder Roman? Ich gebs zu, ich wähle meine Bücher u.a. auch nach ihrem Volumen aus. Da ich recht schnell lese ist ein eher kurzes Buch, bzw. eine Kurzgeschichte ein sehr, sehr kurzes Vergnügen. Allerdings mag ich Kurzgeschichtensammlungen wie beispielsweise das gerne von mir angepriesene "Nachttankstelle" von Andreas Kurz oder aber, etwas schräger und morbider, LoveDeath von Dan Simmons (Rezension hier), allerdings eher Novellen als Kurzgeschichten.
Aufhören, wenn man müde ist oder wenn das Kapitel zu Ende ist? Grundsätzlich nehme ich Kapitel als "Zielpunkte". Da ich die aber gerne auch mal überlese und einfach weitermache und erst danach merke, dass ich schon 10 Seiten weiter bin, als gewollt, höre ich oft entweder auf, wenn der Zug am Bahnhof ankommt, oder ich zu müde bin.
"Die Nacht war dunkel und stürmisch" oder "Es war einmal"? Märchen mag ich sehr gerne. Meine Kinder werden später mal mit Märchen zugeschmissen werden ^^ Fantasy allgemein hat bei mir viele Sympathiepunkte, in letzter Zeit bin ich aber etwas zu Thrillern umgestiegen und habe auch da bereits das ein oder andere nette Buch entdeckt. Ein schönes Jugendbuch übrigens, das zwischen moderner und märchenhafter Erzählung wechselt, ist "Wächterin der Sterne" von Sylvia Louise Engdahl (gute Rezension hier), welches ich mir damals gewünscht hatte weil ich es sehr faszinierend fand und von dem ich nicht enttäuscht wurde.
Kaufen oder leihen? Da kann ich eines meiner Lieblingszitate einbringen, das ich so definitiv unterschreibe:
"Werter Herr, die Tatsache, daß ein Buch in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich ist, tröstet mich keineswegs. Bücher sind die einzige Sache, bei der ich schlicht und einfach habsüchtig bin. Wäre es nicht der Gesetze wegen, ich würde sie stehlen. Wäre es nicht meiner Börse wegen, ich würde sie kaufen." Harold Laski
Neu oder gebraucht? Das ist mir gleich. Wenn ich allerdings ein Buch als "wie neu" kaufe, will ich auch, dass es wie neu ist. Schlechte Erfahrung hatte ich, als ich mir letztens "Unsterblich" von Leah B. Nathan auf Amazon bestellt habe und es dann doch sehr zerlesen bei mir ankam. Dennoch: Das Buch ist definitiv empfehlenswert, aber laut meinen Informationen wirklich nurnoch über das Internet zu bekommen.
Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern? Obwohl man das ja eigentlich nicht machen sollte: Ich kaufe meine Bücher nach dem Umschlag -.-* Also, zuerst mal nach bekannten und geliebten Autoren suchen, wenn da nichts zu finden ist schaue ich mir die Titel an und dann suche ich mir das mit dem ansprechendsten Umschlag raus. Dann muss natürlich auch noch der Klapptext interessant sein. Und dann wird es eingepackt ;) Lange Vorbereitungen treffe ich eigtl nicht, da ich meine Bücher meistens spontan am Bahnhof einkaufe und da eher impulsiv auswähle.
Geschlossenes Ende oder Cliffhanger? Ich mag geschlossene Enden. Da ich mich sehr mit den Personen in den Büchern während dem Lesen identifiziere (was schon etwas seltsam sein kann, wenn der Ich- Erzähler zB ein grausamer Mörder ist ^^) möchte ich, dass ich gemeinsam mit dem Protagonisten die Story beenden kann. Allerdings sind Cliffhanger gut, um Leser zum Nachdenken anzuregen, daher finde ich auch das ab und an nicht übel, weil ich mir danach noch meine Gedanken zum Gelesenen weiterspinnen kann. Was natürlich beim der ersten Variante auch der Fall ist, aber ihr wisst schon wie ich das meine ;)
Morgens, mittags oder nachts lesen? Immer. Aber meistens im Zug, entweder morgens oder am späten Nachmittag. Vor dem Einschlafen komme ich kaum dazu und das würde dann auch noch immer so lange dauern, dass ich von der Nacht nicht mehr viel hätte ;)
Einzelband oder Serie? Mein Schicksal ist es, bei einer Serie immer erst einmal den 3. oder 4. Band zu kaufen und dann mit Vorwissen von vorne anfangen zu müssen. Ich mag Einzelbände.
Lieblingsserie?
Nichts desto trotz mag ich die 3 Bände vom Goldenen Kompass (ich habe damals wie blöde auf die letzten beiden Bände hingefiebert und jedes Mal die armen Buchhänderlinnen hier im Ort damit genervt, wann das jeweilige denn endlich erscheint ^^). Gerne mag ich auch die Bände von Jussi Adler Olsen um Carl Morck und sein Sonderdezernat Q, die Bücher um Leo Demidow von Tom Rob Smith (absolut empfehlenswert) oder aber auch die Bände von Suzannne Frank um Chloe und Cheftu ^^ Diana Gabaldons Feuer und Stein- Saga habe ich auch immer sehr gerne gelesen. Jugend"sünden" waren da übrigens die Reihe "Magic Circle" von Isobel Bird, "Sieben Siegel" von Kai Meyer (die mag ich immernoch sehr ^^) und interessanterweise Animorphs von Katherine Alice Applegate. Absolut unübertroffen aber: Die Scheibenwelt- Romane von Terry Pratchett *-*
Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat? Ohje, gute Frage. Möglicherweise "Am Ende des Regenbogens" von Alan Dean Foster. Oder aber "Der wunderbare Massenselbstmord" von Arto Paasilinna.
Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast? Ohje, keine Ahnung. Im letzten Jahr habe ich so viel Neues entdeckt. Gerne gemocht habe ich die Bücher von Jussi Adler Olsen, die ich bereits erwähnt habe, aber sehr überrascht hat mich "Kind 44" von Tom Rob Smith.
mein "großes" Bücherregal daheim (eins mit 3 Fächern habe ich nich und in Marburg stehen ja auch nochmal 2 ;) mit 5 Fächern von denen 3 doppelt belegt sind ^^
Welches Buch liest du gegenwärtig? Im Moment habe ich noch ca 10 Seiten von John Grishams "Testament" vor mir. Mein erster Grisham und ich weiß nicht nicht ganz genau, was ich davon halten soll ;)
Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten? Kann ich beim besten Willen nicht beantworten. Das ändert sich immer wieder und eigentlich will ich mich da auch nicht festlegen. Habe vieles, das ich sehr gerne erneut lese, auch aus meiner Jugendzeit noch. Aber ich kann ein paar Standartwerke nennen, die ich immer, immer, immer in meinem Bücherschrank stehen haben werde: Momo, eine große, mehrbändige Märchensammlung (Grimm, Andersen und andere) und Moby Dick ;)
Lieblingsautoren?
Siehe vorherige Frage ^^
Aber ich bin ein großer Fan von Terry Pratchett, Tom Rob Smith, Heinz G. Konsalik, Andreas Kurz, Arina Tanemura, Jostein Gaarder ("Der Geschichtenerzähler" kann ich euch nur ans Herz legen), E. T. A. Hoffmann, Anna Seghers, Dan Brown und Ralf Isau ;)
Endlich berichte ich von dem bereits seit längerer Zeit hier lagernden Buch des „Butzon & Bercker“ - Verlages, das mich besonders aufgrund des historischen Bezuges sehr interessierte. Durch den Stress der letzten Wochen in der Uni war es mir nicht möglich, schon früher etwas zu schreiben, aber jetzt ist es endlich soweit ;) Danke nochmal an das Team von Blogg dein Buch für den Terminaufschub.
„Die Macht der Päpste“ von Rudolf Lill, Professor für Neue Geschichte und Autor zahlreicher Veröffentlichungen u.a. zur Geschichte Deutschlands und Italiens, „versteht sich als historisches Plädoyer für ein Christentum, das seine ganze Geschichte reflektiert und Einheit in den Kernfragen wieder mit der Vielfalt des Glaubens zu verbinden weiß“, so der Klapptext.
Diesen Anspruch setzt Lill meines Erachtens nach gekonnt um und bietet damit eine umfassende Darstellung der Entwicklung des Papsttums bis heute, die es sich lohnt zu lesen.
Die 9 Kapitel sind chronologisch angeordnet und entweder nach Überbegriffen und nach 1878 nach konkreten Päpsten benannt. Durch die schlüssige Gliederung in Unterkapitel findet man auch beim kurzen Nachschlagen schnell die entsprechenden Seiten und Informationen.
Lill beginnt mit einer einleitenden Zusammenstellung der Entwicklung des römischen Primats in der Papstfrage und der Machtverteilung und –einschränkung im Laufe der Geschichte. Er bewegt sich dabei in der Zeit des 15. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart. Der Einleitungstext führt allerdings die Geschichte des Papsttums von der Entstehung bis hin zum 15. Jahrhundert, um die Situation zu Beginn des Hauptteils zu verdeutlichen und einen einfachen Einstieg zu gewährleisten.
Aufgelockert wird der Text durch sogenannte „Exkurse“, die Hintergrundinformationen zu auftauchenden Begriffen liefern. So erklärt Lill den Zusammenhang zwischen Kardinälen, Konklave und Papstwahl oder gibt Beispiele päpstlicher Handlungsgewalt, wie bei Pius XI und seinem Umgang mit den Juden im „Fall Mortara“. Hinzu kommt die Erklärung allgemeiner Begriffe wie Autoritarismus oder Diplomatie in Verbindung mit der Thematik Papsttum.
Dieses Buch eignet sich sowohl gut zum Hineinschmökern als auch als wissenschaftliche Literatur durch die umfangreichen Literaturangaben am Ende des Buches. Hilfreich sind auch die Karrieren der Päpste seit 1800 und Aufstellung der Kardinalssekretäre für den gleichen Zeitraum.
Der Sprachstil ist klar und einfach. Es ist äußerst informativ und man findet sich sowohl als interessierter Laie als auch als Geschichtsstudent, der sich bereits etwas (in meinem Fall mäßig ^^) mit dem Thema auseinandergesetzt hat, gut beraten. Dabei ist es nicht einseitig sondern beurteilt kritisch und objektiv die Entwicklungen und auch den heutigen Stand des Papsttum.
Ich freue mich sehr, dass dieses Werk nun in meinem Bücherregal steht, denn trotz einiger anderer Exemplare, die sich thematisch ähnlich konstruieren, hat mir ein in diesem Maße übersichtliches und trotzdem umfassend informierendes Werk noch gefehlt.
So, in aller Kürze noch schnell ein Foto meiner kleinen und ersten Weihnachtserrungenschaft, die ich auf der Durchfahrt in Darmstadt im NanuNana entdeckt und nicht zurücklassen konnte.
Keine Ahnung, was ich damit anfangen werde, aber irgendwas wird mir schon einfallen.
Und sie klingeln *-* Ich hab sie jetzt schon lieb *g* Evtl kann ich sie als Geschenkdekoration verwenden und besorge mir zu dem Zweck noch ein paar.. Es gibt sie auch in einem hellen beige.. mit grünen und roten Punkten oder Sternchen, ich bin mir nicht sicher.. Auf jeden Fall auch sehr, sehr süß ;)
Der Preis beträgt übrigens pro Glöckchen 0,75 €.
Auch wieder zugeschlagen hat meine Buchsucht. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, keine Bücher zu kaufen, bis ich hier alle gelesen habe. Von meinen Großeltern ist einiges an mich übergegangen, das noch aussteht. Tja, heute morgen am Bahnhof konnte ich es aber dann doch nach mind. 5 wöchiger Abstinenz nicht lassen und habe "Das Böse in uns" von Cody Mcfadyen erstanden. Es ist anders als erwartet, aber nicht schlecht. Anscheinend habe ich allerdings in meinem üblichen Glück einen Fortsetzungsband erwischt, so dass in vielem zurückgegriffen wird. Aber davon erstmal genug, ich werde sicherlich noch einen separaten Eintrag dazu posten ;) Jetzt gehts erst mal ab ins Bett.. Eine gute Nacht euch da draußen..
Ja, ich weiß, das Lied oben ist nicht sonderlich weihnachtlich, aber iwie bin ich gerade ein wenig auf einem Offspring- und Foo Fighters- Trip..
Und wenn ich gerade das nicht höre ist es seltsamerweise dieses hier:
"Eine Frau bei 1000°“ ist mit bereits bei meiner letzten Buchzusendung „Drift“ im beiliegenden Prospekt aufgefallen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass der Klett- Kotta- Verlag auch diese Buch von Hallgrímur Helgason für Rezensionen auf Blog dein Buch bereit gestellt und schlussendlich u.a. auch mich dafür ausgewählt hat.
Der Rückentext verspricht folgendes:
„Ich lebe alleine in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.“
Drei Söhne von 9 Männern, das reicht. In ihrer Garage surft die 80- jährige Herbjörg durchs Internet und begleicht ihre letzten Rechnungen, während der Ofen für ihre Einäscherung heißläuft. Hallgrímur Helgasons neuer Roman ist ein wilder Ritt durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts: ebenso anrührend wie skurril.
Ein Mädchen mit dem Zugang zur Macht, das die Gepflogenheiten ihres Heimatlandes kennt, sowohl unten im Volk als auch in den Regierungskreisen, ist zu einer alten Frau und abgestellten Mutter geworden, deren Kinder nur noch darauf warten, dass sie endlich stirbt und froh sind, dass sie nicht viel in ihrem Leben herum pfuschen kann. Obwohl sie es versucht.
Diese Frau erzählt ihre Lebensgeschichte und die Islands. Kindlich, herzlich, verbittert, ernst, begeistert und bestürzt. Sie beurteilt die politische Situation während des 2. Weltkriegs, den sie in Deutschland erlebt, genauer auf Amrum. Getrennt von ihren Eltern, getrennt von ihrer Heimat Island nimmt ihr Leben einen ganz eigenen Kriegs- und Krisenverlauf an, der sie später nach Hamburg und dann durch polnische Wälder führt.
Sie beobachtet und analysiert Geschlechter, Nationalitäten und Verhaltensmuster mit dem zeitlichen Schwerpunkt der Kriegswirren.
Das Buch ist eine erfrischende Mischung aus historischen Infos, einer spannenden und mitreißenden Lebensgeschichte, philosophischen Denkanstößen und geographische Wissenswertem.
Durch die ironische, manchmal verbitterte aber immer unverfälscht klare Sprache erhält die Hauptperson einen sympathischen Anstrich, der jedoch nicht dazu verleitet, sie zu bemitleiden oder ihr Schicksal zu bedauern. Sie stellt sich als eine Person dar, die gesehen hat, was sie sehen wollte, und nun auf eigene Faust mit ihrem Leben abrechnet. Selbstbestimmt und stark, trotz Raucherlunge und Bettlägerigkeit. Ihre Waffe: Ihre Erfahrung und das Internet.
Das Buch macht Lust auf Island, das wie ein Land erscheint, von dem man nur deswegen so selten etwas hört, weil es so selten etwas von sich hören lässt. Herbjörg nennt es ein „schweigendes Land“. Weniger allerdings, weil es als so herausragend schönes Land beschrieben wird, als eher weil man sich unbedingt selbst ein Bild davon machen möchte.
Der Bezug zu Island ist passend zur Buchmesse (über die ich auch noch was schreiben werde), aber die Geschichte um Herbjörg ist auch in vielen Bereichen eine Mahnung, wie ein Leben verlaufen kann, wenn man sich auf die falschen Menschen einlässt, sich zu sehr gehen lässt oder falsche Entscheidungen trifft. Dabei ist es oft tragisch und dramatisch, aber nie hoffnungslos oder gar kitschig. Manchmal sind die Gedankensprünge etwas unübersichtlich oder im ersten Moment zusammenhanglos, doch nie so verwirrend, dass man der Geschichte nicht mehr folgen könnte. Auch der Bezug zur Internetfähigkeit Herbjörgs hätte man mehr ausfeilen können, das war sehr knapp gehalten und hätte einen netten Running Gag für zwischendurch abgegeben. Aber das war ja eigentlich nicht Sinn der Sache denn trotz der skurrilen Darstellungen ist das Buch eher ernst und nüchtern.
Ich bin sehr überrascht von diesem Roman und kann ihn mit bestem Gewissen weiterempfehlen.
P.S.: Der Titel ist übrigens einer meiner Lieblingssätze aus dem Buch. Ich mag so kleine Herzenssprüche, über die man nachdenken kann und die berühren, ohne dass sie so wirken, als wären sie einem Kalenderblatt entsprungen.
P.P.S.: Vergesst nicht mein Gewinnspiel ;)
Im Moment stecke ich ein wenig in einer Schaffenskrise bzgl. meiner Hausarbeit. Also der Aktuellen, den Plan alle auf einmal zu schreiben habe ich schon vor einer Weile aufgegeben. Das Problem: Ich muss sie in 8 Tagen abgeben. Hfftl. bekomme ich noch etwas Schonfrist *seufz* Auf jeden Fall musste ein Plan her. Unter anderem habe ich das Problem, dass meine Hausarbeiten bisher aus irgendeinem Grund immer eher mies ausgefallen sind. Jetzt habe ich etwas Angst, dass die Arbeiten nun auch wieder Mist werden, was ich mir absolut nicht erlauben kann. Ich verstehe auch überhaupt nicht warum, denn in der Schule habe ich immer sehr gern und laut meiner Lehrer auch immer recht bis sehr gut geschrieben. Es hat Spaß gemacht und die Deutschklausuren konnte ich überhaupt nicht erwarten (allgemein war ich der Meinung, dass wir viel zu wenig selbst produzieren). Aber nun.. Das musste ich definitiv in Angriff nehmen und habe mir gedacht: Bevor du nun weiter etwas über das Thema lernst, versuch ersteinmal herauszufinden, was du beim Schreiben falsch machst, bzw. wie du es besser machen kannst. Infolge dessen habe ich mir das Buch "Schreib- Guide Geschichte. Schritt für Schritt wissenschaftliches Schreiben lernen" bestellt und diesen Kauf bisher keine Minute bereut. Hach, ich bin hin und weg. Es ist ein unerwartet dickes Buch, das neben (Pro-)Seminararbeiten u.a. auch Referate und Weblogs umfasst. Die Ideen sind wirklich toll, es gibt zu jedem Hinweis anschauliche Schreibbeispiele und Aufgaben und dem Vorschlag, ein Journal über das Semester hinweg, bzw. im Entwicklungsverlauf der Hausarbeit zu schreiben, werde ich auf jeden Fall nachkommen. Dazu Mindmaps und 10- Minutenschreiben, ich bin zuversichtlich dass ich damit etwas anfangen kann und weiterkomme. Definitiv ein empfehlenswertes Buch, nicht nur für Geschichtsstudenten. Allerdings ist es auf den Bachelor eingegrenzt, wer also noch nach alter Studienordnung studiert, sollte sich vl lieber nach Alternativen umsehen ;) Werde mich dann gleich mal dransetzten und eine Stichpunktsammlung über das Thema machen. Evtl. hilft mir das auch für mein Praktikumsprotokoll *-* Drückt mir bitte die Daumen, dass das alles klappt. Es wäre zu deprimierend, wenn da wieder nur was maximal mittelmäßiges zustande kommt, obwohl ich mir alle Mühe gebe. *seufz* Und vielleicht kann ich daraus zudem auch was für den Blog hier mitnehmen ;)
Ich will, dass geweckte Erwartungen gestillt werden. Wenn ein Buch behauptet, spannend zu sein, fordere ich Spannung. Wenn es es sich „informativ“ auf die Fahnen schreibt, will ich von ihm informiert werden. Gibt es an, romantisch zu sein, will ich Romantik.
Eigentlich ein sehr einfaches Prinzip.
Jeder weiß, dass es eine Art von Büchern gibt, die vielversprechend aussehen, sich auf dem Klapptext preisen, am Ende aber nur heiße Luft und vergeudete Zeit bedeuten.
Im Rahmen der Internetaktion http://www.bloggdeinbuch.de/ bekam ich vom Verlag Klett Cotta das Buch Drift von Michel Bozikovic zugesandt, das auf der Rückseite in wenigen Sätzen seinen Inhalt so zusammenfasst:
Gerade von seiner Freundin getrennt, klaut der 19-Jährige Julien das Auto seiner Mutter und fährt in einem Höllentrip an die Front in Kroatien. Er will seinem Leben einen Sinn geben oder ihm ein Ende setzen. Jahre später interviewt ihn dazu der abgehalfterte Journalist Martin, der seine große Chance als Schriftsteller wittert. Eine dunkle Wallfahrt ins ehemalige Jugoslawien.
Näheres erfährt man im Umschlagtext:
Julien zieht in den Krieg, obwohl ihn alle davon abhalten wollen. Die kroatischen Grenzer, die ersten Soldaten, auf die er trifft, ja sogar die Polizei versuchen zu verhindern, dass er sein Leben wegwirft. Doch gegen alle Widerstände schlägt er sich durch und wird Scharfschütze in einer Aufklärungseinheit. Dort lernt er zu lieben, so dass er sich den Namen seiner großen Liebe eigenhändig auf die Brust tätowiert. Der drogenabhängige Martin hat weniger Glück. Er ist gerade von Helena, der Frau seines Lebens, verlassen worden. Martin ist am Ende, hofft aber immer noch auf den Durchbruch als Schriftsteller. Dazu will er Juliens Geschichte aufzschreiben und verspricht ihm, sie groß rauszubringen. Temporeich erzählt „Drift“ von Aufbruch, jugendlicher Wut und gebrochenen Herzen.
Die Geschichte an sich ist ungewöhnlich, aber nachvollziehbar. Bisher habe ich über den Krieg in Jugoslawien eher.. nichts.. gelesen. Vor allem nicht aus der Perspektive eines schweizer Jugendlichen, der mit seiner Welt, seiner Zukunft nicht zufrieden ist.
Man hat allerdings nicht das Gefühl, dass Julien sein Leben wegwirft. Zumindest nicht zielgerichtet, denn er erscheint in den ersten Szenen seines Auftauchens in der Geschichte eher ziellos. Klar, er will nach Jugoslawien und in den Krieg. Aber das wars auch schon.
Alles andere ergibt sich aus zufälligen Begegnungen, die mehr oder weniger sympathisch enden.
Ich kann mich nicht für Bücher begeistern, deren Hauptperson mir unsympathisch ist, da kann die Geschichte noch so ausgeklügelt und spannend sein. Hier ist das etwas.. undurchdringlich. Es ist mir unsympathisch, dass er trinkt und kifft. Am Steuer. Beides.
Zudem verprügelt er Polizisten und die bereits genannte Ziellosigkeit finde ich auch nicht sehr.. ansprechend. Würde er mir begegnen würde ich ihn entweder ignorieren oder gehörig den Kopf waschen.
Das ändert sich aber teilweise im Laufe seiner aktiven Beteiligung an den Kämpfen.
Der Schreibstil ändert das ein wenig. Ist aber stellenweise etwas gewöhnungsbedürftig. Genauer gesagt: Immer in den Passagen, in denen die Geschichte von Julian erzählt wird. Ein unpersönlicher Ton, vom Erzähler ausgehend, der wiederum den Leser umso persönlicher anspricht.
Zur Verdeutlichung hier eine kleine Passage:
Wird man zum Mörder, wenn man Mörder umbringt, ohne direkt bedroht zu werden? Nein, sagt eine Stimme und man ist froh darum: Sie versichert einem, dass es in Ordnung ist, wenn man andere Menschen dadurch retten kann, und dass es eine rein utilitaristische Handlung ist und man sogar stolz darauf sein muss. Geht man bei der Aktion selber drauf, sinniert man weiter und versteigt sich in Folklore, wird man zum Helden, der das Leben von Tausenden Menschen gerettet hat, indem er einen Mörder exekutiert und den Feind, wenn auch nur vorübergehend, gestoppt und am weiteren, planmäßigen Vorrücken gehindert hat. Jubelnde Menschenmengen und Tausende Fähnchen, inmitten der Masse ein Gesicht im Fadenkreuz, ein leises Klick beim Entsichern, dann explodiert das Gesicht und Blut spritzt meterweit: Krieg hat nichts Romantisches und das eigene Sterben umso weniger; die Eltern und die Brüder werden leiden, das erreicht man mit seinem Tod in erster Linie, und man erwartet das trauernde Gesicht der Freundin, die man ohnehin nicht mehr geliebt hat, aber es will sich nicht zeigen, und man sucht in der Herzgegend und findet Marina anstelle der Freundin, und die Stelle, wo man Marina findet, ist nicht nahe am Herzen sondern mittendrin, gleich neben der Familie, und man weiß nicht, wann genau das geschehen ist, aber man wird es herausfinden und man wird die Gefühle leben, aber dazu muss man zunächst überleben – was man nach Meinung der meisten Kameraden in der Gruppe nicht tun wird.
Egal, denkt man, es hat sich gelohnt zu leben und zu sterben, wenn man das Leben für etwas Sinnvolles hergibt. Und ob man ein Menschenleben rettet oder tausend, spielt keine Rolle; dafür lohnt es sich zu sterben. Wie hätte man leben können im anderen Land, im vollen Bewusstsein, dass man etwas hätte unternehmen können, dass man einen Unterschied machen konnte? Ja wie?
Grundsätzlich finde ich das nicht übel, irgendwie verstärkt es die Spannung, das Mitfiebern. Aber auch den Schrecken und die grausamen Szenen des Krieges. Aus dem Mitfiebern wird ein Mitleiden, das sich nur schwer wieder ausblenden lässt.
Und glaubt mir, grausame Szenerien werden auf jeden Fall auftauchen. Hass, Tod und Folter verbinden sich mit der aufkeimenden Zuneigung Juliens für eine seiner Mitstreiterinnen.
Irritierend ist allerdings, wie einfach sich Julien in die Kampftruppe eingliedert, wie unkompliziert er plötzlich mit einem Gewehr an der Front steht. Auch Martin ist kein angenehmer Zeitgenosse, zumindest soweit ich das für mich beurteilen kann. Er kokst, trinkt und ist alles in allem ein sehr.. unbeständiger und bemitleidenswerter Mensch. Das empfindet auch seine Freundin so, die ihn aus dem Haus wirft, als er nachts erneut von einem Trip nachhause kommt. Ich finde ihre Art, mit ihm umzugehen, ebenfalls wenig ansprechend. Sie beleidigt ihn, macht ihn wegen jeder Kleinigkeit nieder und er lässt sich das alles gefallen.
Wie auch immer, die Charaktere des Buches sind eine schöne Zusammenstellung aus unterschiedlichen halbgescheiterten und kaputten Existenzen, die alle auf ein Ziel hinarbeiten, das ihnen eine Verbesserung ihres Lebens verschaffen soll. Veränderung. Das Streben nach Veränderung, nach Abenteuer und.. allem das anders ist als das, was von einem erwartet wird.
Dazu kommt die Konstruktion faszinierender Landschaften, zu Wasser und zu Land, und die Ansammlung widersprüchlichster Gefühle, welche sich in Kampfsituationen, sowohl im Krieg als auch im zwischenmenschlichen Kontakt des Alltags, bilden. Es ist wie eine Studie, wie Krieg auf einen Unbeteiligten wirkt, der sich selbst zum Beteiligten macht. Aus moralischen Beweggründen wie auch aus persönlichen. Wie er hineinfällt, in die Ereignisse, selbstverschuldet, und schlussendlich vom Erlebten ausgespuckt wird und mit den Ereignissen zurecht kommen muss.
Ein Negativpunkt noch: Nach einer Weile kommt man, oder zumindest mir ging das so, der chronologischen Abfolge der Teile um Martin nicht mehr ganz mit. Es ist sehr konfus. Erst direkt am Ende merkt man, dass das Absicht war.
Aber da möchte ich nicht zuviel vorweg greifen
Es ist ein Buch, das man nach dem Lesen erst einmal weglegt. Darüber nachdenkt. Nicht so ganz weiß, was man davon halten soll. Nur um es dann wieder zur Hand zu nehmen und die entstandenen Fragen durch ein erneutes Lesen zu klären.
Allerdings kann ich nicht genau beurteilen, wie parteiisch die Story im Bezug auf den Krieg ist. Dazu weiß ich zu wenig davon, was ich aber definitiv in der nächsten Zeit ändern werde. Das ist vielleicht etwas, das neben dem Lesen des Buches noch zu empfehlen wäre.
Grundsätzlich wühlt es auf, macht betroffen, deprimierend, traurig, wirkt skurril und unnahbar. Aber alles in allem lässt es sich gut lesen, ist interessant und man ist anschließend um einige Gedankenansätze reicher. Die Erwartungen werden vielleicht nicht direkt so gestillt, wie.. erwartet ;) Denn es kommt grundsätzlich anders, als ich es mir vorgestellt habe.
Aber das Buch besticht durch die ungewöhnliche Geschichte und den faszinierenden Schreibstil, der ein ganz anderes Lesegefühl vermittelt. Klar, die Charaktere waren jetzt nicht ganz mein Fall, aber ich konnte mich dennoch für den Roman begeistern. Es ist einfach mal was Anderes, Neues.
Ich gebe dem Buch 4 Sterne (von 5), da es in einer beeindruckenden Schreibweise den Leser mitzieht in einen Abgrund, der bisher auf diese Weise eher selten behandelt wurde. Die Wirkung des Krieges auf einen Unbeteiligten, der sich aus Überzeugung und Lebensmüdigkeit selbst zum Beteiligten macht. Der Drang eines unbedeutenden Journalisten mit Drogenproblemen, die Geschichte dieses freiwilligen Kriegsteilnehmers für seinen Durchbruch aufzuschreiben und dadurch auch seine Beziehung zu retten. Das Buch bewegt, deprimiert, lässt mitfühlen und bleibt trotzdem durch die Sprache an vielen Stellen distanziert. Der Leser bekommt den Eindruck, das Geschehen zu beobachten und wird dadurch erst recht hineingezogen. Dazu wirft der Autor ethische und moralische Fragen rund um Krieg und Verantwortung auf. Hat mich sehr überzeugt.
Es ist doch immer wieder schön, von einem Buch, von dem man nicht wirklich viel erwartet hat, überrascht zu werden.
Bei meinem Glücksgriff handelt es sich um den Thriller "Erbarmen. Der erste Fall für Carl Morck, Sonderdezernat Q" von Jussi Adler- Olsen.
Irgendwie lese ich in letzter Zeit immer häufiger Krimis oder Thriller. Es gibt einfach viel zu viele davon, die so richtig gut sind.
Dieser hier gehört eindeutig auch dazu. Aber zuerst einmal der Klappentext:
Am 2. März 2002 verschwindet eine Frau spurlos auf der Fähre von Rodby nach Puttgarden, man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch sie ist nicht tot, sondern wird in einem Gefängnis aus Beton festgehalten.
Nun, das sagt zuerst einmal nicht viel.
Es ist dem Leser bereits auf der ersten Seite des Buches klar, dass besagte Frau, die Politikerin Merete Lynggaard, noch am Leben und gefangen ist. Das Buch besteht zum einen aus ihrem Erleben der Ereignisse in Gefangenschaft, zum anderen aus der Geschichte von Carl Morck, Vizekriminalkommissar.
Carl Morck ist nach einem Unglücksfall im Einsatz frisch zurück im Dienst und wird aufgrund seiner Unbeliebtheit bei den Kollegen in den Keller, ins Sonderdezernat Q, verfrachtet. Dieses Sonderdezernat wurde von der Regierung neu beschlossen, um alte, ungelöste Fälle neu aufzurollen. Morck soll sich dem nun annehmen, unterstützt nur durch seinen syrischen Helfer Assad, der alles andere ist, als er zu sein scheint.
Gemeinsam begeben sie sich auf die Fährte des mysteriösen Todes von Merete und stoßen dabei auf immer mehr Ungereimtheiten. Wovon die beiden nichts wissen: Die Zeit ist knapp.
Es ist wirklich faszinierend, wie konstant Adler-Olsen die Spannung beim Leser aufrecht halten kann. Man ist von der ersten Seite gefangen und kann nicht mehr aufhören, selbst Spekulationen anzustellen, was denn nun wirklich passiert sei. Dabei legt der Autor geschickt Fährten, denen der Leser folgt, nach 10 Seiten auf eine neue Fährte stößt, die alte fallen lässt und der neuen folgt, bis am Ende doch wieder alle Stränge zusammen laufen. Gerade dadurch, dass man die ganze Zeit mit Meretes Zustand auf dem Laufenden gehalten wird, steigt die Anspannung und man fiebert der Auflösung entgegen.
Detailgetreu und nachvollziehbar schildert er ihre Pein, ihre Hilflosigkeit und ihre Anstrengungen, sie selbst zu bleiben.
Allgemein sind die Charaktere sehr speziell und echt. Der mürrische, aber herzensgute Kommissar, der außergewöhnliche und liebenswerte Helfer, die starke, unnachgiebige Politikerin.
In jede dieser Personen kann man sich hineinversetzen und somit jedem Handlungsstrang intensiv folgen.
Alle Daumen hoch für dieses Buch!
Ich werde mir auf jeden Fall noch die übrigen Bände der Fälle um Carl Morck holen. Da freue ich mich schon drauf *__*
Die Nacht, vom wachsenden Sturme bewegt,
wie wird sie auf einmal weit - ,
als bliebe sie sonst zusammengelegt
in die kleinlichen Falten der Zeit.
Wo die Sterne ihr wehren, dort endet sie nicht
und beginnt nicht mitten im Wald
und nicht an meinem Angesicht
und nicht mit deiner Gestalt.
Die Lampen stammeln und wissen nicht:
lügen wir Licht?
Ist die Nacht die einzige Wirklichkeit
seit Jahrtausenden...
Rainer Maria Rilke, Das Buch der Bilder - Titelblatt
Ich war und bin immernoch sehr mitgenommen von vielem, das ich dort gelesen habe. Daher kam bisher auch noch nichts dazu, aber ich werde mich bemühen, demnächst etwas Passendes zu produzieren.
Es darf nicht unbeachtet bleiben, was an Missständen in anderen Ländern herrscht, nur weil skrupellose Firmen gegen jede Art von Moral und Werten verstoßen, um noch mehr Geld zu bunkern.
Dieses Thema bringe ich heute noch auf den Tisch, bzw auf diesen Blog, da ich zufällig auf dem Blog http://aenimahyperborea.blogspot.com/ die nicht gehaltene Rede von Jean Ziegler zu den Salzburger Festspielen 2011 gefunden habe.
ZEIT: Was treibt Sie an? Ziegler: Der Zorn. Die Wahrnehmung von Unvernunft, unnötigen Leids. Regelmäßig bin ich in São Luís, Brasilien. Dort gibt es ein staatlich betriebenes Haus, in dem Straßenkinder einmal am Tag eine Mahlzeit kriegen. Man sperrt sie dabei ein, damit sie ihr Essen nicht draußen mit ihren Geschwistern teilen, sondern selbst genug bekommen. Man treibt ihnen die Menschlichkeit aus, damit sie überleben! Wenn ich das sehe, dann muss ich doch was machen. Ich muss die Täter nennen. ZEIT: Wer sind die Täter? Ziegler: Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Am 12. Oktober 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise, kamen in Paris die Staatschefs der Euro-Zone zusammen und beschlossen einen Kreditrahmen von 1700 Milliarden Euro zur Stabilisierung ihrer Banken. 1700 Milliarden! Bevor das Jahr herum war, haben dieselben Staatschefs das Budget des Welternährungsprogramms der Uno um die Hälfte reduziert, von sechs auf drei Milliarden. Wissen Sie, was das bedeutet? Keine Schülerspeisungen mehr in Honduras oder Bangladesch. Essensrationen in den Flüchtlingslagern von Darfur, deren Kaloriengehalt nach medizinischem Ermessen unter dem Existenzminimum liegt. Da sterben Menschen, verstehen Sie? [...] ZEIT: Wie erklären Sie sich, dass dieses System von kaum jemandem grundsätzlich infrage gestellt wird – nicht einmal jetzt, wo es beinahe kollabierte? Ziegler: Ich glaube, dass diese neoliberale Wahnidee das Kollektivbewusstsein nachhaltig verwüstet hat. Die Tatsache, dass Kinder verhungern, erscheint in dieser Perspektive wie ein Naturgesetz. Genauso die Profitgier. Unfassbar, dass die UBS, die größte Schweizer Bank, ihren Angestellten 1,9 Milliarden Franken Boni austeilt, nachdem sie erst im Jahr zuvor vom Steuerzahler 61 Milliarden eingesackt hat.
Warum, ach sag, warum
geht nun die Sonne fort?
Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,
das kommt wohl von der dunklen Nacht,
da geht die Sonne fort.
Warum, ach sag, warum
wird unsere Stadt so still?
Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,
das kommt wohl von der dunklen Nacht,
weil sie dann schlafen will.
Warum, ach sag, warum
brennt die Laterne so?
Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,
das kommt wohl von der dunklen Nacht,
da brennt sie lichterloh!
Warum, ach sag, warum
gehn manche Hand in Hand?
Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,
das kommt wohl von der dunklen Nacht,
da geht man Hand in Hand.
Warum, ach sag, warum
ist unser Herz so klein?
Schlaf ein, mein Kind, und träume sacht,
das kommt wohl von der dunklen Nacht,
da sind wir ganz allein.
Wolfgang Borchert
weheartit.com
Und natürlich Herzlich Willkommen an meine neuen Leser/innen *__*
Ich wollte unbedingt einen Eintrag mit diesem Spruch aus der Welt der fabelhaften Amelie im Titel ^^ Nun weiß ich nicht so genau was ich schreiben soll..
Dann wird hier zur Ablenkung von meinem Referat mal eine kleine Buchrezension eingeschoben. Vor ein paar Jahren hatte ich mal ne Stephen King- Woche (was sich nach mehr Büchern von ihm anhört, die ich gelesen habe in der Zeit, als es eigentlich waren), in der ich auch " Menschenjagd " verschlang. Das kann man fast wörtlich nehmen, denn dieses Buch zählt seither zu einem meinen Lieblingswerken insgesamt und von ihm im Besonderen. Ich konnte mich nun gestern nicht zurückhalten und habe es mir für die Zugfahrt gekauft um es noch einmal zu lesen, meine Begeisterung hat sich nicht geändert.
Die Welt ist in den Fängen des Free- Vee - Konzerns und der Spielekommission, die skurrile Wettshows veranstaltet, in denen die verarmte Bevölkerung teilweise bis zum Tod um Geld spielen kann. Kostenloses Fernsehen ist das einzige, das sich jeder Bürger leisten kann und muss, denn die freien Fernsehgeräte sind für jeden Haushalt vorgeschrieben. Neben der finanziellen und intellektuellen Verarmung der Menschen sind sie von gesundheitlichen Schäden durch Verstrahlung und Luftverschmutzung bedroht und zum größten Teil auch massiv betroffen. Ben Richards kleine Tochter Cathy leidet an einer schweren Grippe und das Geld für den Arzt oder wirksame Medikamente fehlt. Er ist arbeitslos, nachdem er dem Atomkonzern den Rücken gekehrt hat um nicht weiter unter der hohen Strahlenbelastung arbeiten zu müssen. Gehorsam und Autoritäten sind nicht sein Ding, was dazu führte, dass der intelligente und technisch sehr begabte Richards auf der schwarzen Liste der Konzerne steht. Er bekommt nicht einmal mehr die niedersten Arbeiten zugewiesen, sodass seine Frau Sheila den minimalsten Lebensunterhalt für die Familie als Prostituierte verdienen muss. In seiner Verzweiflung angesichts dieser Situation und dem drohenden Tod seiner Tochter geht Richards zur Musterung der Spielekommission für die nächsten Shows. Der massive Andrang der dort herrscht verdeutlicht die Hoffnungslosigkeit der Bevölkerung, die sich an die Illusion des großen Gewinns klammern. Richards wird für die publikumswirksame Show "Menschenjagd " angenommen. Sie ist laut dem Verantwortlichen die "sicherste Methode für die Fernsehanstalt, solche potentiellen Unruhestifter loszuwerden " : Der Kandidat wird mit einem Vorsprung von 12 Stunden losgeschickt um nach Ablauf der Frist die Bevölkerung auf ihn zu hetzen. Außerdem folgt ihm noch ein Team professioneller Kopfjäger. Wer dem Sender einen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort gibt bekommt eine Belohnung, wer den Hinweis abgibt, die zu seiner Tötung führt, bekommt das Doppelte. Der Kandidat muss 30 Tage durchhalten, dann erhält er den utopischen Gewinn von 1 Milliarde Neudollar. Für jede Stunde, die er auf der Flucht durchhält, bekommt seine Familie zusätzlich 100 Neudollar. Einzige Bedinung: Wenn er nicht jeden Tag zwei bespielte Videokassetten an den Sender schickt, werden die Zahlungen eingestellt. Es folgt eine gewaltvolle, spannende und nervenzehrende Jagd, in der sich von jedem auftauchenden Menschen die Hüllen abblättern, die er für die Öffentlichkeit aufgelegt hat, so dass sich sein Innerstes zeigt. Richards erweist sich als würdiger Gegner der Kommission, für die er auch während der Jagd ein Problem darstellt, da er durch die neu gewonnene Mitteilungsmöglichkeit durch die Videokassetten die Menschen auf die Missstände aufmerksam zu machen sucht. Am Ende steht eine absehbare aber durchaus logische und konsequente Auflösung.
Das Buch ist brutal, aufrüttelnl, makaber und ungemein tragisch. Alle Facetten des Menschen werden aufgedeckt, die dunkle, verborgene Seiten aber auch die hellen, Merkmale. Ein Querschnitt durch Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten angesichts unterschiedlichster Probleme wird entwickelt, der Mensch zwischen Hoffnungslosigkeit und Optimismus. Ich kann es nur empfehlen. Man liest es extrem schnell durch und hat dann noch jede Menge Zeit über das Gelesene nachzudenken. Dazu ist es spannend und natürlich in schöner Stephen- King- Manier hervorragend geschrieben. Man findet auch viele Aspekte der heutigen Situation wieder, wenn man beispielsweise die Berichterstattung der Medien ansieht, wie hoch die Zahl der Lottospieler unter den Ärmsten Menschen im Land ist und derartiges. Von der Umweltverschmutzung und der Offenheit von Politik und Medien diesbezüglich der Bevölkerung gegenüber mal ganz abgesehen.
Source: http://www.amazonka.pl
Kurze Leseprobe:
Zwanzig Minuten später wurde der Bourbon gebracht, und Richards überraschte den Kellner mit der Bitte, ihm ein paar dicke Romane herauf zu schicken. "Romane? " "Bücher. Sie wissen schon. Lesen. Worte. Gedruckte Buchstaben, verstehen Sie? " Er tat so, als würde er die Seiten seines Buches umblättern. "Ja, Sir ", sagte er zögernd. "Möchten Sie etwas zum Abendessen bestellen? " Himmel,die Scheiße stieg ihm langsam bis zum Hals. Er ertrank allmählich darin. Richards hatte plötzlich eine Idee für einen Cartoon: Ein Mann fällt in eine Mistgrube und versinkt in rosafarbener Scheiße, die nach Chanel No. 5 riecht. Die überraschende Pointe: Sie schmeckt immer noch nach Scheiße. "Steak. Erbsen. Kartoffelpüree. " Gott, was hatte Sheila heute Abend auf dem Tisch? Eine Proteinpille und eine Tasse Kaffee- Ersatz. " Milch. Gedeckter Apfelkuchen mit Sahne. Haben Sie alles? " "Ja, Sir. Möchten Sie ... ? " "Nein ", sagte Richards plötzlich verzweifelt. "Nein. Gehen Sie. " Er hatte keinen Appetit. Ganz und gar keinen.
Dazu passt natürlich die Überschrift so gar nicht. Aber was solls. Einmal kann man mir das sicherlich durchgehen lassen ;)
Über dir
Sonne Mond und Sterne.
Hinter ihnen
unendliche Welten.
Hinter dem Himmel
unendliche Himmel.
Über dir
was deine Augen sehen.
In dir
alles Sichtbare
und
das unendlich Unsichtbare.“
Rose Ausländer
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Nur die Liebe
Arbeit wartet auf mich
die ich immer verschiebe
Nur der Flug
berechtigt mein Herz
zu schlagen
Nur der Gedanke der Ewigkeit
unterstützt meinen Atem
Nur die Liebe
erlaubt mir
ein Mensch zu sein
Rose Ausländer
weheartit.com
Ein kleiner Zwischenstop bei einer meiner Lieblingsdichterinnne: Rose Ausländer.
Unsere Meinung, daß wir das andere kennen, ist das Ende der Liebe, jedesmal, aber Ursache und Wirkung liegen vielleicht anders, als wir anzunehmen versucht sind - nicht weil wir das andere kennen, geht unsere Liebe zu Ende, sondern umgekehrt: weil unsere Liebe zu Ende geht, weil ihre Kraft sich erschöpft hat, darum ist der Mensch fertig für uns.
Er muß es sein. Wir können nicht mehr!
Wir kündigen ihm die Bereitschaft, auf weitere Verwandlungen einzugehen.
Wir verweigern ihm den Anspruch alles Lebendigen, das unfaßbar bleibt, und zugleich sind wir verwundert und enttäuscht, daß unser Verhältnis nicht mehr lebendig sei. "Du bist nicht", sagt der Enttäuschte oder die Enttäuschte, "wofür ich dich gehalten habe."
Und wofür hat man sich denn gehalten?
Für ein Geheimnis, das der Mensch ja immerhin ist, ein erregendes Rätsel, das auszuhalten wir müde geworden sind. Man macht sich ein Bildnis. Das ist das Lieblose, der Verrat.
[..]
Die folgende Auflistung hat nichts mit besonders lesenswerten Exemplaren der Literaturgeschiche zu tun, die ich nun irgendjemandem aufnötigen möchte. Sie ist auch keine Ansammlung besonders schlechter Werke, vor denen zu warnen ist.
Nein, die hier genannten Bücher erscheinen in meinem Blog, weil ich sie gerne lesen würde.
Es ist quasi eine Wunschliste (die natürlich fast unendlich zu erweitern wäre) der Bücher, die mir interessant vorkommen oder in die ich auf jeden Fall mal einen Blick werfen möchte um sie schlussendlich ganz zu verschlingen ;)
Dabei finden sich klassische Schullektüren neben kitschigen Urlaubsschmökern oder lustiger Alltagsliteratur, Spannung neben Reisebericht, Liebesgeschichte neben kritischer Biographie.
Sollte noch irgendjemandem ein Geschenk für mich fehlen (ich weiß, zu meinem Geburtstag dauert es noch ewig *seufz*), dann kann er sich hier die ein oder andere Anregung holen ;)
Ach ja, ich habe absichtlich die Bücher weggelassen, die ich bereits gelesen und gerade deswegen gerne in meinen Besitz bringen würde. Da kommt sicherlich in Kürze auch noch ein Eintrag mit diesem Thema.
Simon Beckett: Leichenblässe, Flammenbrut, Voyeur Jilliane Hoffman: Cupido Tom Rob Smith: Kolyma Jeff Povey: Der Club der Serienkiller Dan Brown: Das verlorene Symbol Frank Schätzing: Limit Stephen King: Die Arena, Menschenjagd Hauke Brost: 111 Gründe, Katzen zu lieben Arto Paasilinna: Die Giftköchin, Vorstandssitzung im Paradies, Im Wald der gehenkten Füchse, Im Jenseits ist die Hölle los, Vom Himmel in die Traufe, Adams Pech, die Welt zu retten, Der liebe Gott macht blau,... Howard Marks: Mr Nice Christian Richon: Cupcakes Ralf Sotscheck: Gebrauchsanweisung für Irland Wolfram Eilenberger: Finnen von Sinnen Roald Dahl: Küsschen, Küsschen... und noch ein Küsschen!" Damaris Kofmehl: Der Neonazi Tommy Jaud: Hummdeldumm David Safier: Jesus liebt mich, Plötzlich Shakespeare Katja Ostkamp: Hellerdorfer Perle Katharina Mazetti: Mein Leben als Pinguin Ulrike Sterblich: Tüte oder so was: Wie man als Kunde nervt, ohne es zu merken Stefan Orth, Antje Blinda: Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt: Kurioses aus dem Cockpit Kerstin Gier: Ach wäre ich nur zu Hause geblieben Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg Nina Hagen: Bekenntnisse Günter Hofmann: Richard von Weizsäcker: Ein deutsches Leben
Martin Walser: Mein Jenseits
Sonja Rossi: Fucking Berlin, Dating Berlin
Wigald Boning: In Rio steht ein Hofbräuhaus
Bernhard Hoecker, Tobias Zimmermann: Meilenweit für kein Kamel: Eine ungewöhnliche Reise vom Allgäu in den Orient Kurt Baksi: Mein Freund Stieg Larsson Perry Kretz: Augen auf und durch! Mein leben als Kriegsreporter Dieter Wunderlich: EigenSinnige Frauen. Zehn Portraits Gerhard Wisnewski: Verheimlicht - vertuscht - vergessen: Was 2009 nicht in der Zeitung stand Carl von Clausewitz: Vom Kriege Günter Wallraff: Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere, Der Aufmacher: Der Mann, der bei Bild Hans Esser war, 13 unerwünschte Reportagen,Ich - der andere: Reportagen aus vier Jahrzehnten Hans-Joachim Gehrke, Helmuth Schneider:Geschichte der Antike: Ein Studienbuch
Helmut Schmidt: Außer Dienst: Eine Bilanz Sven Hillenkamp: Das Ende der Liebe: Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit Ned Beauman: Flieg, Hitler, flieg! Diana Gabaldon: Echo der Hoffnung Jürgen Schmieder: Du sollst nicht lügen! Von einem, der auszog, ehrlich zu sein Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael, Miersch, Henryk M. Broder:Schöner Denken: Wie man politisch unkorrekt ist
Stefan Jordan: Theorien und Methoden der Geschichtswissenschaft. Orientierung Geschichte Benedetta Craveri: Königinnen und Mätressen: Die Macht der Frauen - von Katharina von Medici bis Marie Antoinette
Ingeborg Jacobs: Freiwild: Das Schicksal deutscher Frauen 1945
Fanny Frohmeyer: Geschichte in Augenblicken: Merkwürdigkeiten, die die Welt bewegten Andrea Camilleri: Die drei Leben des Michele Sparacino Wolfgang Hohlbein: Die Rückkehr der Templerin, Die Templerin - Das Wasser des Lebens Michael Ende: Die unendliche Geschichte Eoin Colfer: Meg Finn und die Liste der vier Wünsche, Und übrigens noch was ...: Douglas Adams' : Per Anhalter durch die Galaxis. Teil 6 der Trilogie
Cecilia Ahern: Ich schreib dir morgen wieder, Zeit deines Lebens, Zwischen Himmel und Liebe
Alice Sebold: In meinem Himmel
Jussi Adler-Olson: Erbarmen
Sven Regener: Herr Lehmann
Friedrich Dürrenmatt, Jaroslav Hasek, Loriot, Vicco von Bülow: Früher waren mehr Tore Friedrich Dürrenmatt: Romulus der Große
Heinrich Böll: Die verlorene Ehre der Katharina Blum, Der Engel schwieg, Ansichten eines Clowns, Gruppenbild mit Dame William Sheakespeare: Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum Jane Austen: Stolz und Vorurteil, Überredung James Joyce: Ullysses George Orwell: 1984 Heinrich von Kleist: Die Marquise von O. Samuel Beckett: Warten auf Godot Philip K. Dick: Träumen Androiden von elektrischen Schafen? Reginald Hill: Das Dorf der verschwundenen Kinder Walter Moers: Rumo und Die Wunder im Dunkeln Oskar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
Euer
"Werter Herr, die Tatsache, daß ein Buch in einer öffentlichen Bibliothek zugänglich ist, tröstet mich keineswegs. Bücher sind die einzige Sache, bei der ich schlicht und einfach habsüchtig bin. Wäre es nicht der Gesetze wegen, ich würde sie stehlen. Wäre es nicht meiner Börse wegen, ich würde sie kaufen." Harold Laski