Freitag, 5. November 2010

Atemzug II

Wenn wir die Türe öffnen, sehen wir einen dunklen Flur.
Links führt eine Treppe in ein weiteres Stockwerk. Das Geländer ist aus weißem Holz.
Die grüne Tapete wirkt trist, aber nicht kalt.
An einer Garderobe hängen mehrere Mäntel, auf dem Boden darunter stehen einige Schuhe. Zwei weiße Türen und ein türloser Durchgang führen in weitere Bereiche des Hauses.
Wir entscheiden uns für den Durchgang und gehen an einem großen Spiegel, der rechts an der Wand hängt und in einen schweren, goldfarbenen Rahmen gefasst ist, geradeaus in ein Zimmer mit großen Fenstern aus weißem Holz.
Das trübe Licht, das von draußen durch die dünnen weißen Vorhänge, die bis zum Boden reichen, dringt, gibt den Blick auf einen Raum mit malvenfarbener Tapete frei. Links befindet sich eine kleine Küche aus hellem Holz. An der Theke stehen zwei Stühle, auf einem davon liegt die heutige Tageszeitung. Auf der Arbeitsfläche steht eine Schale mit Äpfeln.
Rechts befindet sich eine große weiße Couch. Sie sieht bequem aus und die großen lilafarbenen Kissen, die darauf liegen, laden zum Verweilen und Ausruhen ein. Diesen Ruf hat auch eine Katze mit flauschigem schwarz- weißen Fell vernommen, die sich in einer Ecke zwischen den Kissen zusammengerollt hat und wohlig schnurrt.
Ein heller Teppich liegt auf dem dunklen Holzboden. In einer Ecke steht eine große Grünpflanze.
Die Wand rechts neben der Tür wird vollkommen von einem Bücherregal eingenommen, das bis zur Decke gefüllt ist. An der Wand neben dem Bücherregal befindet sich ein Kamin mit weißen Kacheln und einer Sitzbank. Wir spüren die angenehme Wärme, die er verströmt, und riechen das knisternde Holz. Ein großes Bild hängt an der Wand neben Kamin, direkt über einer Kommode aus weißem Holz. Wir nehmen uns vor, die Leinwand näher in Augenschein zu nehmen, doch zuerst wandert unser Blick wieder zu den Fenstern zurück.
Draußen hat ein leichter Nieselregen eingesetzt, die Tropfen laufen sanft an den Fensterscheiben entlang. Wir durchqueren den Raum, unsere nackten Füße spüren den flauschigen Stoff des Teppichs. Wir setzen uns auf die Fensterbank, die breit genug ist und mit einem weichen Sitzkissen gepolstert.
Draußen ist die Welt in einen Schleier aus Regen getaucht, der das Grün des Gartens mythisch verhüllt. Auf einem kleinen Beistelltisch steht eine Tasse dampfenden Tees, der nach Honig und Zimt riecht. Ein dickes Buch liegt daneben.
Wir schlagen es an der Stelle auf, an der wir ein Lesezeichen vorfinden und beginnen zu lesen: „Sie saß am Fenster und lauschte dem Regen, während sie sich in eine andere Zeit träumte...“


Irgendwie scheint es mir noch nicht fertig zu sein, aber ich komme nicht drauf warum ;)

Montag, 25. Oktober 2010

Die Polizei schließt die Möglichkeit nicht aus, dass es sich um ein Verbrechen handelt..

"Schützt unsere Kinder" tönte es die letzten Wochen im Fernsehen in Ankündigung einer Reportage über böse Kinderschänder, die sich online ihre Opfer suchen, und von Politik etc. gestoppt werden müssen. Ich habe die Reportage nicht gesehen. Vermutlich hatte ich besseres zu tun als Reportern zuzusehen, die besagte Verbrecher in eine Falle locken um dann zu erfahren, warum sie besagte Gelüste verspüren.
Natürlich habe ich etwas gegen Pädophile. Auf jeden Fall. Ich verabscheue es.
Aber man vergisst so leicht die Kinder, die sich in Situationen bringen, die es solchen Menschen leicht macht, sie zu überwältigen, zumindest wenn es um den Kontakt im Internet und darauffolgende Treffen geht.
Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten, sich abzusichern, wenn man sich mit jemandem trifft, den man nicht kennt. Genauso ist es auch recht einfach im Chat zu merken, ob die Person, mit der man schreibt, am Charakter oder an der Möglichkeit interessiert ist, das Gegenüber ins Bett zu bekommen. Gut, das lässt sich in meinem Alter jetzt so leicht sagen. Ich habe schon ein paar Jahre Erfahrung darin, Menschen über das zu beurteilen, was sie schreiben und in Treffen mit ihnen zu interagieren.
Aber was die Vorbereitungen angeht, das kann jeder. Egal ob Erfahrung oder nicht.
Alles fängt damit an, dass man einen Zettel daheim liegen lässt, mit wem man sich wo treffen wird. Die Eltern müssen nicht wissen was auf dem Zettel steht. Aber eine Möglichkeit wäre, dass besagtes Kind ihnen sagt, dass es einen Zettel gibt. Das ist definitiv beruhigend, denn wenn etwas passiert, haben Eltern und Polizei einen Anhaltspunkt und es kann schneller gehandelt werden. Dazu ist noch zu sagen, dass ein Verbot vermutlich nicht viel bringen wird. Also dem Kind zu verbieten, sich mit Leuten aus dem Internet zu treffen, die es nicht kennt.
Aber man kann Bedingungen machen, bzw. Verhaltensweisen einschärfen, die das ganze etwas sicherer machen und dem Kind ein wenig Skeptik gegenüber denen vermittelt, die es online zu kontaktieren meint.
Nun, wir hatten den Zettel, der zuhause für den Ernstfall deponiert wird.
Weiter ist es eigentlich immer sinnvoll, wenn nicht sogar unbedingt notwendig, sich in einem solchen Alter, also mindestens bis man volljährig ist, eigentlich so lange, bis man sich sicher ist, dass man sich selbst gegen jemanden erwähren kann (dazu komme ich später noch), in Begleitung zu so einem Treffen erscheint.
Wenn derjenige, mit dem man sich treffen will, absolut was dagegen hat, ist schon mal was faul. Natürlich ist eine Freundin in einem solchen Alter keine Garantie dafür, dass alles glatt läuft. Sie ist ja ebenfalls schwach und kann nicht viel machen, außer vielleicht losrennen und Hilfe holen. Aber evtl schreckt sie den Täter dann doch soweit ab, dass beide Kinder die Flucht ergreifen können. Dass ein solcher Fall nicht eintreten kann, kann man damit erreichen, dass beide Kinder bereits vor der vereinbarten Zeit am Treffpunkt sind und die Ankunft der anderen Person erwarten. Handelt es sich nicht um den 13- jährigen Jungen sondern um einen 40- jährigen Mann, sollten die beiden schnell von einem Treffen absehen und sich lieber eine andere Beschäftigung suchen. Außerdem den Vorfall ihren Eltern melden.
Natürlich ist es auch immer gut, sich, sollte der Notfall doch eintreffen, wehren zu können. Ob das nun ein Selbstverteidigungskurs, Pfefferspray oder einfach ein Deo ist, mit dem man dem Gegner begegnen kann. Alles was in diese Richtung an Vorkehrungen getroffen werden kann, sollte man bedenken. Es gibt Selbstverteidigungskurse für Mädchen, die nicht nur Möglichkeiten zeigen, sich zu wehren, sondern auch das Selbstvertrauen stärken und eben die bereits genannte Skepsis unbekannten Menschen gegenüber.
Über derartiges, oder auch beispielsweise über einen Kampfsportkurs, Boxen, Karate, Judo, etc. kann man auch in höherem Alter nachdenken.
Ich bin immernoch der Meinung, dass man seltener ein Opfer von übergriffen wird, wenn man sich gar nicht erst als Opfer darstellt, sondern eine gewisse Überlegenheit darstellt und eine Wehrfähigkeit demonstriert. Egal ob die nun aus einem der besagten Kurse herrührt, oder weil man weiß, dass man in der Hosentasche den Schlüsselbund in der Hand hat, um die Schlüsselkante einem möglichen Angreifer durchs Gesicht zu ziehen.


Montag, 18. Oktober 2010

Mercury dances in its skyscraper cell, rising and falling in harmony..

Ein weiterer Film, den ich aus mir selbst merkwürdig erscheinenden Gründen in dem "Wie-meine-Woche-so-war"- Post nicht erwähnt hatte, war Eagle Eye.
Die Kontroll- und Abwehrtaktik der amerikanischen Regierung schlägt zurück.
Zwei Zivilisten werden von einer Frauenstimme durch Erpressung und Drohung am Telefon auf den Weg nach Wahsington geschickt und müssen dabei gegen die staatlichen Behörden agieren. Dass die Frauenstimme im Notfall ihre Drohungen Ernst meint, wird bald klar und so bleiben dem Studienabbrecher Jerry Shaw (Shia LeBeuf) und der allein erziehenden Mutter Rachel Holloman (Michelle Monaghan) nichs anderes übrig, als den oft merkwürdigen Anweisungen zu folgen.
Es entsteht das Szenario des Angriffs von Cyber-Terroristen, die nicht nur normale Haushaltscomputer hacken sondern Ampelanlagen, Flugzeuge und Kräne kontrollieren. Was schlussendlich wirklich hinter dieser Verkettung von Befehlen steckt, wird erst ganz am Ende klar.
Im Laufe des Films werde immer wieder Sequenzen eingeschoben, die scheinbar mit der Haupthandlung recht wenig zu tun haben, die aber alle auf das Ziel, das auch Jerry und Rachel auf Anweisung der unbekannten Frau, anstreben zulaufen.
Ein Film, der schlussendlich wirklich zu empfehlen ist, da nicht nur Cyberterrorismus Thematik ist, sondern auch die Frage nach Datenschutz und Überwachungsstaat gestellt wird, Staatlichkeit und Regierung in ihrem Tun und ihrer Befugnis an sich hinterfragt werden.
Je länger ich über diesen Film nachdenke, desto mehr Facetten kann ich entdecken, doch laufen diese schließlich auf die Fragen hinaus:
Wie weit wollen und dürften wir überwacht werden? Was geschieht, oder was kann geschehen, wenn eine Regierung ihre Machtbefugnis selbstständig und geheim ausweitet und ihre eigene Grundlage untergräbt?
Warum ich diesen Film gestern nicht erwähnt hatte liegt wohl daran, dass er zwar spektakulär war, aber Book of Eli mehr haften geblieben ist. Die Thematik erschien mir tiefgründiger und damit auch vorrangig interessanter.

Rachel:"Können die wirklich ’en Zug entgleisen lassen?
Jerry:"Naja die Ampelsignale konnten sie auch verändern. Diese Frau hat mich auf dem Handy eines Fremden angerufen, der zufällig neben mir saß. Ich hab den Kerl noch nie gesehen. Und dann haben sie mich aus der Sicherheitsverwahrung rausgeholt und zwar so, dass ich’s dir nicht mal beschreiben kann, weil’s total irre klingt. Dann haben sie uns kopfüber in die Höhe gezogen und abschließend entsorgt wie Müllsäcke. Die können bestimmt ’en Zug entgleisen lassen, die verwandeln ihn sogar in ’ne schnatternde Ente."
Eagle Eye

Ein Nachtrag zum letzten Blogpost noch:

Ich will damit nicht ausdrücken, dass Männer sich mehr anstrengen müssen oder sowas. Frauen schreiben ja selbst auch keine derartigen Liebesbriefe. (Gut, welcher Mann würde sich heutzutage über sowas schon groß freuen. )Wir leben wohl in Zeiten, in denen eine solche Sprache und Ausdrucksweise vergessen oder antiquiert ist und eigentlich kaum jemand mehr Wert darauf legt. Nachdem man die Möglichkeit zu schneller Kontaktaufnahme durch Telefon, SMS oder Email hat, ist es nicht nötig, seine ganzen Gefühle auf einmal vermitteln zu müssen. Hin und wieder ein kleiner Hinweis genügt um sich selbst und sein Gegenüber zufrieden zu stellen.
In anderen Zeiten in denen Geliebte vielleicht wochenlang getrennt waren oder sich nicht sprechen konnten weil die Erziehung und gesellschaftliche Anforderungen es nicht zuließen waren Briefe die einzige Chance so viel von seinem Innersten wie möglich an den geliebten Menschen weiterzugeben.
Vielleicht ist es auch gut so, dass wir keine solchen Umstände heute mehr haben und nur noch in Fernbeziehung oder wenn das Gegenüber auf Urlaub ist schmachtend dahinsiechen.
Aber gerade in solchen Situationen finde ich es schön, wenn man etwas der betreffenden Person hat, das man in einer ruhigen Stunde zur Hand nehmen kann um sich ihr nahe fühlen zu können, auch wenn man noch so weit voneinander entfernt ist ;)


Revolverheld feat. Marta Jandová - Halt Dich an mir fest

Bloglovin

Follow Der Sterne Wirren..