Ein gewisses Grundrepertoire an Märchen gehört zu einer
kreativen und von Fantasie erfüllten Kindheit dazu, davon bin ich
überzeugt. In die Welt von Schneewittchen, Allerleirau und den
sieben Schwänen einzutauchen vermittelt Kindern eine Vorstellung von
unterschiedlichst geprägten Charakteren. Von Gut und Böse im
klassischen Sinne ebenso wie von Mitleid, Verrat und Liebe. Märchen
sind geprägt von Idealen, aber auch vollgestopft mit Metaphern und
Selbstironie. Der erste Schritt ist das Amüsement beim Lesen, der
zweite das Nachdenken und Interpretieren, das oftmals weitaus später
kommt. Ich möchte Märchen nicht missen und bin meinen Eltern sehr
dankbar dafür, von ihnen von klein auf mit den unterschiedlichsten
Geschichten in Berührung gebracht worden zu sein. Ich lese heute
noch sehr gerne in unseren Märchenbüchern, ob es sich nun um die
von den Grimms oder Andersen gesammelten Klassiker oder auch
internationale Geschichten handelt. Es findet sich eigentlich für
jede Stimmung das passende Märchen, das schön bleibt, gerade auch,
wenn eine eher antiquierte Sprache verwendet wird, wenn man es nicht
zum ersten Mal aufschlägt.
Die Leistung der Grimms, Märchen zu sammeln und einheitlich
zusammen zu fassen, ist beachtlich. Gerade weil sie Kernaspekt der
deutschen Märchenkultur sind, hab ich mich auf die neue Vox-Serie
„Grimm“ gefreut und hohe Erwartungen in diese Verfilmung gesetzt.